pre:bunk (2023 – 2024)
pre:bunk (2023 - 2024)
pre:bunk – Digital Streetwork im Videoformat
Das Projekt pre:bunk wurde von 2023 bis 2024 durch die Bundeszentrale für politische Bildung ermöglicht, mit Ablauf der Förderung endete das Projekt.
Junge Erwachsene haben in Zeiten multipler Krisen sehr viele Fragen. In sozialen Netzwerken suchen sie Antworten und finden Inhalte von sehr unterschiedlicher Qualität. Von der kenntnisreichen, aber wenig verständlichen Expert*innen-Meinung über zugängliche, aber verkürzte Inhalte bis zur ideologisch bewusst aufgeladenen Desinformation. Manche Themen sind emotional so aufgeladen, dass es schwer ist, eine sachliche Debatte zu führen, und umgekehrt werden in Auseinandersetzung mit Falschinformationen psychosoziale Aspekte oft nicht miteinbezogen. Junge Menschen fühlen sich mit der Mischung aus Informations- und Gefühlschaos nicht selten alleingelassen. Mit pre:bunk schlugen wir Brücken über digitale Kluften und schaften Zugänge, medienkompetent durch die For You-Page zu scrollen.
Audiovisueller Content dient nicht nur der Unterhaltung, sondern auch als Informationsquelle über Politik und tagesaktuelles Geschehen. Zugleich führt der schnelle und sprunghafte Konsum von Kurzvideos dazu, dass sich Desinformationen sehr einfach verbreiten oder Falschinformationen unbewusst reproduziert werden (Misinformation) – gerade in einer Zeit multipler Krisen braucht es praktische und nachhaltige Orientierungshilfen. Das Modellprojekt pre:bunk richtete sich an junge Menschen, die bei ihrem audiovisuellen Medienkonsum Unterstützung und differenzierte Einordnungen aktueller Berichterstattung benötigen. Pre:bunk verfolgte einen präventiven Ansatz gegen Desinformationen. Denn sind diese einmal verbreitet, hat dies fatale Folgen, die nur schwer wieder einzuholen sind. Prebunking soll die Widerstandsfähigkeit junger Menschen gegen Desinformation, menschenfeindliche Narrative und demokratiefeindliche Manipulationstechniken erhöhen.
Mit dem pre:bunk-Kanal schafften wir auf TikTok mit Kurzvideos, Livestream-Sprechstunden und engagierter medienpädagogischer Gegenrede ein lebensweltorientiertes Angebot für Nutzer*innen und Creator*innen. Als Digital Streetworker*innen waren ansprechbar und kamen auf Augenhöhe mit jungen Menschen in den Austausch, befähigten sie, Falschinformationen zu identifizieren und sich medienkompetent und selbstbestimmt durch den unendlichen Stream von Kurzvideo-Content zu navigieren.
Publikationen
Better fact-checked than sorry! – Prebunking & Digital Streetwork auf TikTok
Prebunking & Digital Streetwork auf TikTok
Pädagogisches Community Management auf TikTok
Ansprachemethoden in der Onlineprävention
Pädagogische Anforderungen und Ziele
Das projekt pre:bunk hatte es sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche mit Videoansprachen zu Desinformation/Misinformation auf TikTok zu sensibilisieren. Die kurzen audiovisuellen Inhalte stärkten mit praktischen Tipps und Erklärvideos die Informations- und Wissensvermittlungskompetenzen junger Menschen. Darüber hinaus vermittelte das Projekt mit seinen Inhalten demokratische Werte und Orientierungshilfe. So entsand ein präventives und plattformspezifisches Angebot, das an der Lebenswelt junger TikTok-Nutzer*innen anknüpft. Mit unterschiedlichen Videoformaten und Livestreams wurde zunächst der „One-to-many“-Ansatz erprobt, um eine Community aufzubauen und über aktuellen Content, Trends und Informationskompetenzen in den Austausch zu kommen. Bei Bedarf gabe es auch die Möglichkeit der Einzelfallberatung.
In der Testphase 2023 entwickelte das pre:bunk-Team audiovisuelle Ansprachekonzepte und präventive Formatideen für den Projekt Kanal auf TikTok. Bisherige Digital Streetwork Ansätze der Amadeu Antonio Stiftung wurden weiterentwickelt und ins Audiovisuelle transferiert. Im Rahmen des Projekts werden, angepasst an die multimodale Kommunikationsform, die Qualitätskriterien des Konzepts und durch neue Aspekte ergänzt. Das Projekt nimmt sich der Herausforderung an, Content Creation und Digital Streetwork zu verschränken und daraus ergehende Spannnungsverhältnisse über das projekt hinaus auszuloten. Begleitet wurde das Projekt in der Testphase durch einen interdisziplinären Beirat aus der Digital Streetwork Praxis, wie aus der Wissenschaft, der Medienwissenschaft und von jungen Creator*innen.
Unser Angebot richtete sich im erweiterten Sinne auch an pädagogische Fachkräfte, die Videoformate als neues Interaktionsfeld erschließen wollten. Wir organisierten einen regelmäßigen Stammtisch politischer Bildner*innen, die mit Videoformaten arbeiten, veröffentlichten monatlich einen Newsletter und gaben Workshops zur Lebenswelt TikTok, Onlineprävention und Desinformation. Diese Angebote knüpften an die bereits bestehende Expertise im Bereich der Medienbildung und Radikalisierungsprävention unserer digitalen Projekte an. Die Ergebnisse der Testphase wurden in Begleitung eines interdisziplinären Projektbeirats ausgewertet und als Broschüre veröffentlicht.
pre:bunk wurde gefördert durch:



