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NetCitizens: Politische Medienbildung in und mit Schule!

Die Wichtigkeit von Medienbildung ist in aller Munde – zu Recht. Aber für wen eigentlich?

Desinformation, Hate Speech und Diskriminierung betreffen unsere gesamte Gesellschaft. Das Projekt NetCitizens bringt die Perspektiven von Jugendlichen, Lehrkräften und Eltern zusammen, um die gemeinsame Handlungssicherheit zu stärken und digitale Räume als Teil demokratischer Alltagskultur zu gestalten.

NetCitizens setzt genau hier an: direkt im Lernraum Schule. Mit einem Dreiklang aus Schulworkshops, Lehrkräftefortbildungen und (Groß-)Elternabenden stärkt das Projekt digitale Mündigkeit über Generationen hinweg. Präventiv, praxisnah und dialogorientiert für einen reflektierten, solidarischen und demokratischen Umgang im Netz.

Darum geht es bei NetCitizens

Medienkompetenz ist in aller Munde und gleichzeitig kein Thema zum „Abhaken“, sondern eine Daueraufgabe. Unsere NetCitiziens-Projekttage für Berliner Schulen bieten eine umfassende und effektive Begleitung, die Schule als demokratischen Lern- und Erfahrungsraum stärkt. Ein zentraler Baustein ist dabei die Förderung emotionaler Medienkompetenz: Wir befähigen Teilnehmende, ihr Medienhandeln wertebasiert zu reflektieren und mit Empathie sowie Solidarität den Herausforderungen im Netz zu begegnen.

Alle fordern Medienkompetenz – und das ist auch notwendig. Denn der digitale Raum wird lauter, härter, emotionaler, überfordernder und polarisierender. Bewährte Ansätze werden durch Desinformation, AI Slops oder parasoziale Beziehungen ordentlich auf den Kopf gestellt, aber wir hören nicht auf, wir bleiben dran und machen emotionale Medienkompetenz in Schulen für alle Generationen zum Thema.

Dafür haben wir im letzten Jahr bereits Content Creator*innen zu echten Demokratie-Influencer*innen ausgebildet und Workshops für Jugendliche, Fortbildungen für Multiplikator*innen und Austauschformate für Eltern angeboten. Wir sind überzeugt, dass durch diesen mehrdimensionalen Ansatz ein starkes Netzwerk entsteht, das junge Menschen in ihrem digitalen Alltag begleitet und Demokratie lebendig macht – auf Augenhöhe, praxisnah und multiperspektivisch.

Die Wichtigkeit von Medienbildung ist in aller Munde – zu Recht. Aber für wen eigentlich?

Mit Blick auf die Demokratiegefährdung im digitalen Raum, die Nutzung unterschiedlicher sozialer Medien sowie einen präventiven Fokus liegt es nahe, dass sich viele Angebote politischer Medienbildung vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene richten. Gleichzeitig lässt sich nicht von der Hand weisen: Medienbildung ist ein zentrales Thema für Demokratieförderung und damit nicht nur für einzelne Zielgruppen relevant, sondern für alle Altersgruppen und Generationen.

Zumindest sollte sie es sein. Denn digitale Kommunikation, politische Meinungsbildung, Diskriminierungserfahrungen oder Desinformation betreffen längst nicht mehr nur „die Jugend“, sondern unsere Gesellschaft als Ganzes. Das Projekt NetCitiziens begegnet diesem Zustand mit einem Dreiklang aus Schulworkshops, Lehrkräftefortbildungen und (Groß-)Elternabenden, der Schule als demokratischen Lern- und Erfahrungsraum stärkt. Wir sind überzeugt: Es braucht eine langfristige, kontinuierliche Begleitung von Mediennutzung, digitalen Routinen und den Fragen, die sich daraus im Alltag ergeben.

Gleichzeitig wissen wir, wie herausfordernd es ist, neben all den Verpflichtungen als Lehrkraft oder als Elternteil/Erziehungsberechtigte*r „am Ball zu bleiben“, gerade in einer digitalen Öffentlichkeit, die sich schnell verändert und ständig neue Dynamiken hervorbringt. Der Dreiklang ermöglicht Jugendlichen in der NetCitizens Partnerschule, dass sie Workshops zur Medienbildung besuchen und gleichzeitig erleben, dass das Angebot nicht nur an sie gerichtet ist. Auch Eltern und Lehrkräfte, also die Erwachsenen in ihrem Umfeld, erhalten die Möglichkeit, sich zu informieren, sich auszutauschen und Handlungssicherheit zu gewinnen.

Die Botschaft ist dabei bewusst klar: Digitale Demokratiebildung ist eine Aufgabe, die uns alle betrifft. Durch diese Verzahnung kann das Thema über den einzelnen Workshop oder eine Veranstaltung hinaus weitergetragen werden. So bleibt es präsent im Klassenraum, im Kollegium, aber vor allem auch zu Hause im Gespräch mit den Eltern. Nicht als einmaliger Impuls, sondern als Einladung, gemeinsam dranzubleiben, Fragen zu stellen und digitale Räume als Teil demokratischer Alltagskultur zu verstehen und zu gestalten. 

Foto: NetCitizens
Foto: NetCitizens

Das bietet NetCitizens an

Workshops für Schüler*innen

Schwerpunkte: Reflexion des Medienverhaltens sowie Arbeit zu Desinformation, Hate Speech und digitaler Zivilcourage; Fokus wahlweise auf audiovisuellen Medien (TikTok/Instagram) oder dem Gaming-Bereich (Twitch/Discord)

Fortbildungen für Lehrkräfte

In den praxisnahen Fortbildungen steht die Vermittlung von Hintergrundwissen und Zugriff auf die „NetCitiziens-Methodenkiste“ im Fokus. In dem interaktiven Formaten werden kleine und große Methoden bis hin zu ganzen Unterrichtseinheiten vorgestellt.

Bezugspersonen & (Groß-)Eltern

Die Informationsabende oder Beratungsangebote geben Einblicke in die digitale Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen. Das Format liefert Impulse für Handlungssicherheit bei Desinformation oder Konflikten sowie Tipps auf Augenhöhe für Gespräche ohne Kontrollfokus.

Mit der Gerüchteküche anders über Desinformation sprechen – eine medienpädagogischer Impuls

Bevor ein Gerücht gekocht wird, liegen die Zutaten längst bereit: alte Stereotype, starke Emotionen und gezielte Strategien der Zuspitzung. Der Ansatz vom Projekt Net Citizens die „Gerüchteküche“, macht sichtbar, wie Desinformation entsteht und warum Faktenchecks allein nicht reichen, um ihre Wirkung zu entschärfen.


 

Foto: JoDDiD (mit Künstlicher Intelligenz erstellt)

Die Gerüchteküche von NetCitizens nimmt das Thema Desinformation in den Fokus und macht im Kern sichtbar, wie kleine Risse im Vertrauen und im gemeinsamen Faktenverständnis entstehen und dadurch langfristig unsere Demokratien ins Wanken geraten – also wie toxische Narrative und Falschinformationen das demokratische Miteinander unterwandern.

Der Ansatz vermittelt nicht nur Wissen, sondern schafft auch einen Raum für Reflexion und Austausch über Handlungsstrategien. Die Gerüchteküche macht sichtbar, wie sich aus einzelnen Zutaten und Zubehör schnell ein gefährliches Narrativ „kochen“ lässt.

Sie lenkt den Blick weg von kognitiven Ansätzen wie Faktenchecks, hin zu einer emotionalen Medienkompetenz, die Mechanismen von Desinformation, soziale und affektive Dynamiken und vor allem Machtverhältnisse in den Blick nimmt.

Unser Ansatz: Emotionale Medienbildung

Social Media beeinflusst Menschen nicht nur durch Informationen, sondern auch durch Gefühle. Und genau diese Dimension wird in der Medienkompetenz oft ausgeklammert – obwohl sie eng mit Fragen von Macht, Zugehörigkeit und Diskriminierung verknüpft ist: Wer wird emotional adressiert? Wessen Erfahrungen werden instrumentalisiert?

Emotionale Medienkompetenz versteht NetCitizens deshalb als Erweiterung bewährter Ansätze. Sie fragt nicht nur: Ist das richtig oder falsch? Sondern auch: Was macht das mit mir – und warum? Und: Welche Machtverhältnisse strukturieren diese Wirkung und wirken in die digitalen Räume?

Denn viele medienpädagogische Ansätze bleiben beim Kognitiven stehen: Quellen prüfen, Checklisten nutzen, KI erkennen. Diese Fähigkeiten sind wichtig. Aber sie erklären nicht, warum Inhalte wirken, warum wir auf sie hereinfallen, warum sie uns erschöpfen oder nicht mehr loslassen. Gerade Desinformation, AI Slop und parasoziale Beziehungen machen diese Leerstelle sichtbar. Nicht, weil Menschen zu wenig wissen, sondern weil Inhalte gezielt über Nähe, Empörung, Angst oder Zugehörigkeit funktionieren. KI-generierte Masseninhalte, personalisierte Narrative oder Creator*innen-Beziehungen umgehen rein kognitive Prüfmechanismen.

Unser Ansatz der NetCitizens Partnerschulen setzt genau da an.

Melde dich gern bei Interesse:
netcitizens@amadeu-antonio-stiftung.de

NetCitizens bedankt sich für die Förderung

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