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Berliner Aktionswochen gegen Antisemitismus

"Ich dachte, du bist wie wir - aber du bist Jude!"

Jüdinnen und Juden werden im Alltag drangsaliert, diskriminiert und unsichtbar gemacht. Antisemitismus zeigt sich an Hauswänden, in sozialen Medien, im Sportverein – und auch an Schulen. Für manche jüdische Familien ist die Lage inzwischen so bedrohlich, dass sie über einen Wegzug aus Deutschland nachdenken. Sie wollen nicht denselben Fehler machen wie ihre Vorfahren vor 90 Jahren, die in großen Teilen zu spät erkannt haben, dass dieses Land für sie nicht mehr sicher war.

„Ich dachte, du bist wie wir – aber du bist Jude.” Gesagt hat diesen Satz ein 10-jähriger zu seinem Mitschüler während der großen Pause an einer Kreuzberger Grundschule. Während er das sagte, zeigte er ihm den „Hitlergruß“. Für das betroffene Kind wurde die eigene Identität zum Ausschlusskriterium. Diese Form der Ausgrenzung – Othering, also das stereotype Fremdmachen des vermeintlich Anderen – gehört für jüdische Schüler*innen zum Alltag. Und es bleibt nicht immer bei Verletzungen durch Worte allein: Gezielte körperliche Angriffe auf jüdische Schüler*innen an Berliner Schulen sind inzwischen keine Seltenheit.

Antisemitismus an Schulen geschieht täglich. Auch wenn Ihr es nicht mitbekommt. Aber ihr könnt etwas dagegen tun!

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Weitere Informationen

Was tun wir? Die Berliner Aktionswochen gegen Antisemitismus:

Workshops für Schüler*innen, Jugendliche und junge Erwachsene in Berlin

Mit unseren inhaltlich vielfältigen Workshops vermitteln wir jungen Menschen ab der Grundschule niedrigschwellig Wissen zum Thema Antisemitismus. Dabei werden historische Bezüge des Antisemitismus ebenso thematisiert wie aktuelle Entwicklungen und Diskurse, insbesondere im Kontext von Israel und dem Nahostkonflikt. Ziel unseres pädagogischen Handelns ist es, Empathie zu fördern und gemeinsam Handlungsstrategien gegen antisemitisches Denken und Verhalten zu entwickeln.

Beratung bei antisemitischen Vorfällen

Neben unseren Bildungsformaten bieten wir auch Beratung bei antisemitischen Vorfällen im schulischen oder sozialen Umfeld an. Wir unterstützen Lehrkräfte, Schulleitungen, pädagogische Fachkräfte sowie weitere Institutionen dabei, angemessen zu reagieren, Schutzräume für Betroffene zu schaffen und langfristige Präventionsmaßnahmen gegen Antisemitismus zu entwickeln. Dabei stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite.

Fortbildungen für Lehrkräfte und pädagogisches Fachpersonal

Für Lehrkräfte sowie pädagogische Fachkräfte von Berliner Bildungseinrichtungen bieten wir Fortbildungen an, die fundierte Einblicke in die Analyse und Vermittlung antisemitismuskritischer Inhalte ermöglichen. Themen sind unter anderem Antisemitismus im schulischen Alltag, israelbezogener Antisemitismus, Umgang mit kontroversen Diskussionen im Klassenraum sowie Methoden der politischen Bildung. Unsere Fortbildungen unterstützen Fachkräfte dabei, kompetent und sicher gegen Antisemitismus im Bildungsbereich zu handeln.

Fachveranstaltungen und Vernetzung im Berliner Raum

Die Berliner Aktionswochen gegen Antisemitismus engagieren sich aktiv in der Vernetzung mit zivilgesellschaftlichen, bildungspolitischen und öffentlichen Institutionen. In Kooperation mit Berliner Schulen, Verbänden, Trägern und Initiativen gestalten wir Veranstaltungen, Fachtage und Austauschformate. Dabei verstehen wir uns als Ansprechpartnerinnen für die Themen Antisemitismus im Berliner Bildungskontext und jüdische Perspektiven darauf.

Studie: Antisemitismus im (Schul-) Alltag

In der Studie „Antisemitismus im (Schul-) Alltag. Erfahrungen und Umgangsweisen jüdischer Familien und junger Erwachsener“ des Kompetenzzentrum antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS) berichtet eine jüdische Schülerin über ihre antisemitischen Erfahrungen in der Schule: „Das waren so einschneidende Ereignisse, dass ich da eigentlich beschlossen habe, ich spreche mit niemandem mehr drüber, dass ich überhaupt jüdisch bin. Ob ich das jetzt religiös auslebe oder nicht, ich sage keinem mehr etwas dazu.”

 

In einem Workshop der Berliner Aktionswochen erzählte eine Lehrkraft mit jüdischem Background, dass sie nicht allen Kolleg*innen mitteilt, dass sie jüdisch sei - auch aus Angst vor Diskussionen und Anfeindungen: „Seit dem 7. Oktober gehe ich sehr vorsichtig mit meiner jüdischen Identität um. Nur wenigen Menschen erzähle ich davon. Ich möchte keine endlosen Diskussionen oder Verurteilungen erleben.”

So arbeiten wir:

Die Berliner Aktionswochen gegen Antisemitismus sind ein präventiv-pädagogisches Projekt, das sich seit 2019 gegen Antisemitismus in Berlin richtet. Durch ein breites Spektrum an Bildungsangeboten fördern wir Aufklärung gegen und Sensibilisierung für Antisemitismus. Unser Anliegen ist es, Antisemitismus in seinen vielfältigen Erscheinungsformen sichtbar zu machen, fundiertes Wissen niedrigschwellig zu vermitteln an verschiedene Zielgruppen und das demokratische Zusammenleben in Berlin nachhaltig zu stärken.

Unsere pädagogisch begleiteten Bildungs- und Beratungsangebote richten sich zum einen an Schüler*innen, Jugendliche und junge Erwachsene sowie zum anderen an Lehrkräfte, Schulsozialarbeitende und weiteres pädagogisches Fachpersonal von Berliner Bildungseinrichtungen. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart, Israel und der Nahostkonflikt, israelbezogener Antisemitismus als eine der gegenwärtig virulentesten Erscheinungsformen, und jüdisches Leben heute.

Grundlegend für unsere Arbeit ist die konsequente Einbindung jüdischer Perspektiven. Diese sind nicht nur Teil unserer Bildungsarbeit, sondern bilden ihren zentralen Bezugspunkt. Unser Ziel ist es, jüdisches Leben sichtbar zu machen, antisemitischen Strukturen entgegenzuwirken und jüdische Communities nachhaltig zu unterstützen und zu stärken.

Im Rahmen einer jährlich stattfindenden Kampagne sowie durch vielfältige Einzelveranstaltungen leisten wir einen Beitrag zur Prävention, Aufklärung und Aktivierung gegen Antisemitismus im Berliner Raum.

Unser Kontakt

Symbol-Icon Telefon Mail

Sie haben Interesse an einem Workshop oder einer Fortbildung an Ihrer Schule, Einrichtung oder Ihrer Institution?

Dann nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns über Ihre Anfrage und stehen Ihnen beratend zur Seite.

Miki Hermer
Projektleitung
Allgemeine Fragen, Kooperationen und Netzwerkpartnerschaften, Workshop- und Presseanfragen
miki.hermer@amadeu-antonio-stiftung.de

Recap: Aktionswochen gegen Antisemitismus 2025

Die Berliner Aktionswochen finden jedes Jahr vom 7. Oktober bis 9. November statt und werden vom Berliner Senat gefördert. In diesem Jahr sind wir mit Plakaten und dem Berliner Fenster wieder gezielt im Kiez unterwegs. Wir freuen uns, dass ihr am Start seid. 

Antisemitismus ist für Jüdinnen*Juden in Berlin bitterer Alltag.

 

Seit dem 7. Oktober 2023 ist das jüdische Leben so bedroht wie seit dem Nationalsozialismus nicht mehr. Viele verstecken ihre Symbole, tragen keine Kippa oder keinen Davidstern, sprechen nicht mehr hebräisch auf der Straße, sagen ihren Kindern, sie sollen in der Schule nicht erzählen, dass sie jüdisch sind.

 

Der Hass ist in jedem Berliner Kiez spürbar: Graffitis an Hauswänden, Hetzparolen auf Demonstrationen. Offen jüdisch sein wird zur Mutprobe. Was als vermeintliche Kritik an Israel daherkommt, entlädt sich in Gewalt gegen Jüdinnen*Juden hier vor Ort.

 

Antisemitismus ist kein Randphänomen, er durchzieht das Stadtbild, er vergiftet das Klima, er bedroht Menschen. Wegsehen heißt zulassen. Schweigen heißt billigen. Nur wer Antisemitismus erkennt, benennt und bekämpft, schützt jüdisches Leben.

 

 

Sieh nicht weg. Stell dich an die Seite der Betroffenen. Antisemitismus geht uns alle an.

 

Publikationen

Action-Kit gegen israelbezogenem Antisemitismus

Das Action-Kit ordnet geläufige Parolen ein und erklärt, was genau an ihnen der antisemitische Gehalt ist. Mit dieser praxisnahen Unterstützung können Lehrkräfte auf diese Parolen reagieren und so entstehende Unsicherheiten und Emotionen auffangen.

Aufstehen! Nicht aussitzen!

Wann ist eine Äußerung antisemitisch? Wann ist bei Diskussionen zum Nahostkonflikt die Grenze zum Antisemitismus überschritten? In dieser praxisnahen Handreichung für die Hosentasche gehen wir auf diese und weitere Themenfelder bei der Bearbeitung von Judenhass ein und leisten eine Hilfestellung für Jugendliche und deren Begleiter*innen.

Du Jude? Ist kein Schimpfwort!

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Weitere Informationen

Zu häufig mehren sich Schilderungen, denen nach das Wort Jude auf unseren Schulhöfen und in Jugendeinrichtungen als Schimpfwort gebraucht wird. Es ist dringend an der Zeit, sich diesem Phänomen zu stellen und es zu bearbeiten.

Hierfür gingen wir auf die Straße und holten uns Meinungen von Berliner Jugendlichen aus verschiedenen Milieus und Bezirken.

Um das Thema Judenfeindschaft im Unterricht oder der Jugendeinrichtung zu bearbeiten, eignet sich dieser Film hervorragend als Einstieg, um ins Gespräch zu kommen. Er ist entstanden im Rahmen eines präventiv-pädagogischen Projektes im Raum Berlin und soll deutschlandweit helfen, den Einstieg in dieses schwierige Thema zu erleichtern.

Das Projekt wird gefördert durch:

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