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Zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus

Antisemitismus ist auf dem Vormarsch. Das zeigt sich nicht nur, aber auch in den stetig steigenden Zahlen antisemitischer Vorfälle. Antisemitische Einstellungen und Äußerungen treten zunehmend offener und ungehemmter zutage und sind in unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus präsent. Sie begegnen uns auf der Straße, im Internet, in politischen Debatten, am Stammtisch oder im Feuilleton. Spätestens seit dem 7. Oktober 2023 hat sich die Situation für viele Jüdinnen*Juden in Deutschland weiter verschärft. Die Lage ist komplex und vielschichtig.

 

Um diese Entwicklungen sichtbar zu machen und einzuordnen, braucht es zivilgesellschaftliche Lagebilder. Sie ermöglichen eine Analyse, die konsequent die Perspektive der Betroffenen einnimmt, unabhängig arbeitet und zugleich Leerstellen staatlicher Erhebungen ergänzt. So wird sichtbar, was andernorts oft unberücksichtigt bleibt.

 

Unser zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus untersucht die unterschiedlichen Erscheinungsformen des Antisemitismus - von historischen Kontinuitäten bis zu aktuellen Ausprägungen. Es fragt danach, welche Ausdrucksformen Antisemitismus heute annimmt, welche Auswirkungen er auf Betroffene hat, wie diese ihn wahrnehmen und was sich daraus über gegenwärtige Entwicklungen ablesen lässt.

 

Dafür veröffentlichen wir fortlaufend Artikel, Interviews und Beobachtungen aus der Praxis. So entsteht ein dynamisches Lagebild, das Entwicklungen zeitnah dokumentiert, einordnet und eine fundierte Einschätzung der aktuellen Situation ermöglicht. Die digitale Form erlaubt dabei eine multimediale Darstellung, die neben Texten auch Videos sowie weitere audiovisuelle Beiträge umfasst.

 

Unsere Perspektive ist dabei eng mit den Erfahrungen aus Vernetzungstreffen, Workshops und Veranstaltungen sowie dem Austausch mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteur:innen der Antisemitismusbekämpfung verbunden. Besonders wichtig ist uns der Blick jüdischer Organisationen und Gemeinden auf Antisemitismus. Das Zivilgesellschaftliche Lagebild Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung macht jüdische Perspektiven sichtbar - nicht zuletzt, indem Jüdinnen*Juden selbst zu Wort kommen und ihre Lebensrealitäten in Deutschland abgebildet werden.

Seit dem 7. Oktober steht die UNO aufgrund verschiedener Vorwürfe in der Kritik: von der Beteiligung einzelner UNRWA-Mitarbeiter:innen am Massaker über das späte Reagieren auf sexualisierte Gewalt bis hin zu israelkritischen Resolutionen, die die Hamas nicht namentlich verurteilen. Die Bilanz des Lagebilds: Die UNO hat nach dem 7. Oktober vielfach versagt. Ihr Handeln hat Auswirkungen auf Jüdinnen:Juden sowie antisemitismuskritische Initiativen und Organisationen in Deutschland. Viele Jüdinnen:Juden fühlen sich von der Organisation im Stich gelassen.  

 

Unsere Kernbeobachtungen:

1. Resolution: Israelfeindschaft. Israelfeindliche Mehrheiten prägen seit Jahren die Nahostpolitik der UNO.

2. Verkehrte Welt. Die Hamas wird in UNO-Resolutionen vielfach nicht ausdrücklich verurteilt.

3. UNO als Legitimierungsinstanz. UNO-Beschlüsse dienen häufig als Legitimation antiisraelischer Narrative.

4. Destabilisierung des Nahen Ostens. Die UNO wird dafür kritisiert, den Konflikt eher zu verfestigen als zu lösen.

5. Zahnlose Staatsräson. Deutschlands UNO-Abstimmungen werden als Widerspruch zur Staatsräson gegenüber Israel bewertet.

 

Das Lagebild steht in digitaler und gedruckter Version zur Verfügung.

You can find the english version of the Civil Society Situation Report on antisemitism #14 here

Seit dem tödlichsten Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah am 7. Oktober erreicht der offene Antisemitismus auch in Deutschland eine beispiellose Qualität. Dabei nehmen die Berührungsängste zwischen islamistischen, antiimperialistischen und sich selbst als progressiv verstehenden Milieus ab. Im Zuge dessen wird Islamismus verharmlost und israelbezogener Antisemitismus verbreitet. Es kommt zu einer folgenschweren Radikalisierung, die insbesondere eine Bedrohung für Jüdinnen und Juden ist. Zu diesem Ergebnis kommt das Zivilgesellschaftliche Lagebild Antisemitismus #13, das online hier zu finden ist oder als PDF heruntergeladen werden kann.

 

Unsere Kernbeobachtungen:

1. Für Jüdinnen*Juden ist die Lage seit dem 7. Oktober katastrophal.
Sichere Räume werden weniger. Israelbezogener Antisemitismus greift um sich, getragen von einer Allianz aus Islamismus und Antiimperialismus.

2. Antiimperialistische und islamistische Gruppen rücken zusammen.
Gemeinsamer Antizionismus verbindet beide Milieus.

3. Rechtsextreme instrumentalisieren den Kampf gegen Antisemitismus.
Sie nutzen ihn, um rassistische Narrative zu verbreiten.

4. Israelhass wirkt identitätsstiftend.
Antizionismus verbindet unterschiedliche politische Milieus.

5. Soziale Medien verstärken Antisemitismus.
Sie fördern Desinformation, Hetze und die Vernetzung antizionistischer Akteur*innen.

Die Angriffe auf die Erinnerungskultur nehmen zu und erschweren die Arbeit von Gedenkstätten erheblich. Seit dem 7. Oktober zeigt sich zudem verstärkt, wie das Gedenken an den Nationalsozialismus genutzt wird, um gegen Israel zu agitieren.

Das Lagebild beschreibt, wie insbesondere die extreme Rechte die Erinnerungskultur angreift, NS-Verbrechen relativiert und dadurch Gedenkstätten zunehmend zum Ziel von Vandalismus und antisemitischen Angriffen werden lässt.

 

Unsere Kernbeobachtungen:

1. Angriffe der extremen Rechten auf die Erinnerung. Rechtsextreme versuchen, die Erinnerung an den Nationalsozialismus umzudeuten und historische Verantwortung zu relativieren.

2. Die „Erinnerungskultur“ der extremen Rechten. Rechtsextreme etablieren eigene Formen des Gedenkens, die NS-Verbrechen relativieren und Täter glorifizieren.

3. Angriffe auf die Erinnerung – Beispiel Thüringen. Gedenkstätten in Thüringen sind besonders häufig Ziel antisemitischer Angriffe.

4. Angriffe auf die Erinnerung – deutschlandweit. Gedenkorte für die Opfer der Shoah werden bundesweit zunehmend angegriffen.

5. Erinnerungspolitische Debatten in Deutschland. Erinnerungspolitische Debatten tragen teilweise zur Verharmlosung israelbezogenen Antisemitismus bei.

 

Weitere Hintergrundgespräche, Updates und Presse zu dem Lagebild findet ihr hier!

Das Fazit des Lagebildes: Israelhass und Antiamerikanismus waren in den vergangenen Monaten besonders sichtbare Erscheinungsformen des Antisemitismus. Anhand aktueller Beispiele zeigt das Lagebild, wie Antisemitismus in unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Kontexten auftritt und warum er eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung bleibt. Dieses Lagebild beleuchtet die Themen: Antisemitismus und die Nakba-Erzählung, Antiamerikanismus und die Friedensbewegung, Antisemitismus und die Klimabewegung, 10 Jahre AfD und der Code "Globalisten"

 

Unsere Kernbeobachtungen:

1. Vereinfachung – Vom Antiamerikanismus zum Antisemitismus. Antiamerikanismus greift häufig antisemitische Erzählmuster auf und begünstigt fragwürdige Allianzen.

2. Verklärung – Instrumentalisierung der Nakba-Erzählung. Die Nakba-Erzählung wird genutzt, um Israel zu delegitimieren.

3. Vereinnahmung – Instrumentalisierung in der Klimabewegung. Teile der Klimabewegung verbreiten Israelhass, andere stellen sich dem entschieden entgegen.

4. Verbreitung – Die Verschwörung der AfD. Die AfD normalisiert antisemitische Verschwörungsnarrative zunehmend im öffentlichen Diskurs.

 

Weitere Hintergrundgespräche, Updates und Presse zu diesem Lagebild findet ihr hier!

Das Fazit des Lagebildes: Die deutsche Gesellschaft findet keinen angemessenen Umgang mit Antisemitismus. Anhand der Debatten um die documenta fifteen und das BGH-Urteil zur Wittenberger „Judensau“ zeigt das Lagebild, dass jüdische Perspektiven häufig angehört, aber nicht ausreichend berücksichtigt werden. Gleichzeitig wird israelbezogenem Antisemitismus zunehmend öffentlicher Raum gegeben, während Warnungen von Jüdinnen und Juden oft unbeachtet bleiben. Aktuelle Vorfälle verdeutlichen zudem die anhaltend hohe Bedrohungslage für Jüdinnen und Juden in Deutschland.

 

Unsere Kernbeobachtungen: 

1. Willige Vollstrecker? Antisemitismus verklärt die Welt. Verschwörungsideologien verbreiten antisemitische Erzählungen besonders in Krisenzeiten.

2. Israelhass ist nicht gleich Judenhass? Eine folgenreiche, falsche Trennung. Die trennung von Israel- und Judenhass verharmlost antisemitische Einstellungen. 

3. Jews don't count? Jüdische Stimmen werden überhört. Jüdische Perspektiven werden in Antisemitismusdebatten häufig nicht berücksichtigt. 

4. Shoah-Gedenken vs. Antisemitismusbekämpfung? Errinerungspolitische Debatten eschweren die Auseinandersetzung mit israelbezogenem Antisemitismus. 

5. Progressiv & judenfeindlich? Antisemitismus bekommt eine Bühne. Antisemitische und israelfeindliche Positionen gewinnen auch in progressiven Milieus an Einfluss. 

 

Weitere Hintergrundgespräche, Updates, und Presse zu diesem Lagebild findet ihr hier!
 

Das Lagebild Antisemitismus vom Juni 2022 bündelt zivilgesellschaftliche und jüdische Perspektiven auf den Zusammenhang von Ukraine-Krieg, Antisemitismus und der neuen Terrorwelle in Israel. Mit dem Krieg treten die Debatten um die Covid-19-Schutzmaßnahmen in den Hintergrund, während antisemitische Verschwörungsmythen neue Verbreitung finden. Gleichzeitig werden die Anschläge in Israel in Deutschland teils verharmlost, verzerrt dargestellt oder sogar glorifiziert. Der Krieg hat zudem direkte Folgen für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland, etwa durch die Evakuierung von Shoah-Überlebenden aus der Ukraine.

 

Unsere Kernbeobachtungen: 

1. NS-Ralativierungen und Gleichsetzungen. Der russiche Angriffskrieg gegen die Ukraine wird antisemitisch und verschwörungsideologisch gedeutet, mit der Shoah gleichgesetzt und durch NS-Vergleiche politisch instrumentalisiert.

2. Neue Verbindungen. Antisemitische Erzählungen aus dem "Querdenken"-Milieu verbinden sich zunehmend mit pro-russischen, verschwörungsideologischen und antiamerikanischen Narrativen.

3. Krieg der Erinnerung. Russische Angriffe auf Erinnerungsorte und Shoah-Überlebende gefährden die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen und zwingen Betroffene erneut zur Flucht. 

4. Bedrohung der Sicherheitslage von Jüdinnen:Juden. Antisemitische Gewalt in Israel und agressive israelfeindliche Proteste verschärfen auch die Bedrohung für Jüdinnen:Juden in Deutschland. 

5. Verherrlichung von Terrorismus. Wiederkehrende antiisraelische Demonstrationen verbinden unterschiedliche Milieus, normalisieren offenen Judenhass und schaffen Raum für Gewalt- und Vernichtungsfantasien.

 

Weitere Hintergrundgespräche, Updates und Presse zu diesem Lagebild findet ihr hier!

Archiv

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Zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus 2021

Das Lagebild Antisemitismus bündelt zivilgesellschaftliche und jüdische Perspektiven auf Antisemitismus. Es wirft einen detaillierten Blick in die unterschiedlichen Formen, in denen er sich heute in Deutschland zeigt: offen und codiert, physisch und verbal, von rechts, links, aus der Mitte der Gesellschaft wie im Islamismus. Der Analyse folgen Forderungen, um Antisemitismus nachhaltig zu bekämpfen.

Zivilgesellschaftliches-Lagebild-Baden-Württemberg

Zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus: Baden-Württemberg

Bundesweit nehmen antisemitische Vorfälle im Laufe der vergangenen Jahre deutlich zu. Das vorliegende zivilgesellschaftliche Lagebild betrachtet exemplarisch Entwicklungen in Baden-Württemberg. Im Fokus stehen zivilgesellschaftliche und explizit jüdische Perspektiven auf Antisemitismus – und Forderungen für den Kampf gegen Antisemitismus. Zu Wort kommt u.A. Irina Katz, Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde Freiburg.

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Zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus: Deutschland

Die Geschichte des jüdischen Lebens in Deutschland ist auch eine Geschichte der Judenfeindschaft und des Antisemitismus. Davon zeugt der rechtsterroristische Anschlag in Halle (Saale) am 09. Oktober 2019. Zudem haben seit der Covid-19-Pandemie antisemitische Verschwörungsmythen Hochkonjunktur. Antisemitismus grassiert wieder sichtbar, im Internet wie bei Demonstrationen.

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Zivilgesellschaftliches-Lagebild-Rheinland-Pfalz

Zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus: Rheinland-Pfalz

Antisemitische Vorfälle nehmen im Laufe der vergangenen Jahre deutlich zu. Das vorliegende zivilgesellschaftliche Lagebild gibt exemplarische Einblicke in das Bundesland Rheinland-Pfalz. Es enthält ausführliche Gesprächen mit Avadislav Avadiev, Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz, und Aharon Ran Vernikovsky, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Mainz.

Publikation nicht verfügbar PDF
Zivilgesellschaftliches-Lagebild-SACHSEN

Zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus: Sachsen

Bundesweit nehmen antisemitische Vorfälle im Laufe der vergangenen Jahre deutlich zu. Dieses zivilgesellschaftliche Lagebild gibt exemplarische Einblicke in das Bundesland Sachsen. In Hintergrundgesprächen schildern Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, und Dr. Ruth Röcher, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz, ihre Perspektiven auf Antisemitismus.

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Ansprechpartner*innen

Aktionswochen? Wie kann ich dabei sein?

Über 3.250 Veranstaltungen, 500 Partnerorganisationen, 200 Orte, ein Ziel: zusammenschließen und gemeinsam Antisemitismus die Stirn bieten! Seit 2003 arbeiten die Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen zusammen, die sich kritisch mit unterschiedlichen Formen des Antisemitismus beschäftigen. Hier stehen die Aktionswochen finanziell und organisatorisch zur Seite und erzeugen eine dringend erforderliche Sichtbarkeit. Diese erreichen sie vor allem mit einer bundesweiten Kampagne, die jedes Jahr zwischen dem 7. Oktober und dem 9. November auf die Gefahr des Antisemitismus aufmerksam macht.

 

Du möchtest im nächsten Jahr dabei sein? Dann melde dich einfach bei aktionswochen@amadeu-antonio-stiftung.de Mehr Infos unter: aktionswochen-gegen-antisemitismus.de

Weitere zivilgesellschaftliche Akteur*innen gegen Antisemitismus

Der Bundesverband Mobile Beratung e.V. ist der Dachverband von 50 mobilen Beratungsteams bundesweit, die zum Umgang mit Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Verschwörungserzählungen und Rechtspopulismus beraten. Der Aufgabenbereich des Verbands umfasst die Vernetzung mobiler Beratungsteams, Organisation von Fachtagungen, Teilnahme an gesellschaftlichen Debatten sowie die Beratung von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.

 

Du suchst Beratung? Dann wende dich an ein Mobiles Beratungsteam vor Ort.

Mehr Informationen gibt es zum Verband unter: www.bundesverband-mobile-beratung.de

Der Zentralrat der Juden in Deutschland vereinigt unter seinem Dach 23 Landesverbände und 105 jüdische Gemeinden mit rund 97.791 Mitgliedern und vertritt deren politische und gesellschaftliche Interessen. Mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland haben alle in Deutschland lebenden Jüdinnen*Juden eine Stimme, die Gehör findet und darüber hinaus ein starker Partner der Zivilgesellschaft ist. Er ist für die Politik auf Bundes- und Länderebene Ansprechpartner für alle Themen, die die jüdische Gemeinschaft betreffen. Du möchtest dich noch weiter über die größte jüdische Interessenvertretung in Deutschland informieren?

 

Dann kannst du hier weiterlesen: www.zentralratderjuden.de

Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) vertritt als Dachorganisation im Bereich der jüdischen Sozialarbeit die jüdischen Gemeinden und Landesverbände in Deutschland. Nach der Gründung im Jahr 1917 wurde sie unter der Nazi-Herrschaft im Jahr 1939 zwangsaufgelöst, doch konnte sie ihre Arbeit 1951 wiederaufnehmen. Die ZWST legt den Fokus ihrer Arbeit auf das Empowerment und die Teilhaben marginalisierter Gruppen innerhalb der jüdischen Gemeinde. Dabei deckt die ZWST ein breites Spektrum an Handlungsfeldern ab, unter anderem die Förderung von Teilhabe und Inklusion, den Ausbau von Vernetzung, Humanitäre Hilfe sowie Politische Bildung und Forschung.

 

Wenn du weitere Infos zu den ganzen verschiedenen Tätigkeitsfelder der ZWST suchst, findest du hier weitere Infos: https://zwst.org

Das Kompetenznetzwerk Antisemitismus ist ein Zusammenschluss von fünf Institutionen, die über eine langjährige Erfahrung im Bereich der Antisemitismusprävention, der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit, der Beratung sowie der Dokumentation und Analyse antisemitischer Vorfälle verfügen: das Anne Frank Zentrum, die Bildungsstätte Anne Frank, der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS), das Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment der ZWST und die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus ‒ KIgA e.V.

Die Netzwerkpartner*innen stellen ihre Expertise für die Bereiche (schulische) Bildung, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zur Verfügung.

 

Mehr Informationen und den Kontakt gibt es unter: https://kompetenznetzwerk-antisemitismus.de

Zum seit Januar 2020 bestehenden Kompetenznetzwerk Rechtsextremismusprävention (KompRex) gehören die Amadeu Antonio Stiftung, Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche + Rechtsextremismus, Cultures Interactive e.V., Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V. und die Lidice Haus Jugendbildungsstätte. Das Netzwerk reagiert auf aktuelle Entwicklungen im Rechtsextremismus, entwickelt bundesweite Präventionsangebote weiter, bündelt Wissen und Erfahrung und qualifiziert und vernetzt Projektpartner*innen.

 

Mehr Informationen und den Kontakt findest du hier: https://kompetenznetzwerk-rechtsextremismuspraevention.de

Das Institut forscht und berät zu aktuellem Antisemitismus, Islamismus und Rechtsextremismus mit internationaler Perspektive, fördert den wissenschaftlichen und praxisorientierten Austausch, und entwickelt Konzepte, Programme und Lösungsansätze zur Überwindung aktueller Problemstellungen.

 

Die verschiedenen Publikationen, wie Analysen und Policy Papers findest du hier: https://iibsa.org/de/

Das JFDA e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich dem Kampf gegen Antisemitismus und jegliche andere Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit verschrieben hat. Das JFDA verfolgt seine Ziele durch Bildungs-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit, wie die Organisation von Vortragsreihen und Konferenzen, die Herausgabe von Resolutionen und Publikationen, sowie das Erstellen von Dokumentationen und Studien. Außerdem führt es ein unabhängiges Monitoring durch und erfasst und bewertet antisemitische Vorfälle und Tendenzen, sowie andere gegen das Grundgesetz und die Menschenrechte gerichtete Vorkommnisse. Damit sollen die Öffentlichkeit sowie staatliche Institutionen auf Probleme aufmerksam gemacht und für Gegenmaßnahmen gewonnen werden.

 

Die zahlreichen Analysen, Hintergrundrecherchen und Monitoringberichte findest du hier: https://www.jfda.de/

Wohin kann ich mich wenden, wenn ich Antisemitismus erlebt oder beobachtet habe?

OFEK e.V. – Beratungsstelle bei antisemitischer Diskriminierung und Gewalt ist eine Beratungs- und Interventionsstelle, die bundesweit Betroffene und ihr soziales Umfeld sowie pädagogische und soziale Einrichtungen im Umgang mit Antisemitismus und Diskriminierung unterstützt.

OFEK ist die erste Fachberatungsstelle in Deutschland, die auf Antisemitismus und Community-basierte Beratung spezialisiert ist. Seit seiner Gründung 2017 bietet OFEK Beratung und Begleitung im Zuge antisemitischer Übergriffe und Vorfälle auf Deutsch, Englisch, Hebräisch und Russisch an. Alle Beratungsanfragen werden vertraulich und auf Wunsch anonym behandelt. Sie nehmen sich aller Fälle an – ungeachtet ihrer strafrechtlichen Relevanz.

 

Eine Übersicht der Beratungsstellen und Kontaktinfos finden sich hier: http://ofek-beratung.de

Der VBRG setzt sich dafür ein, dass Opfer rechter Gewalt bundesweit Zugang zu professionellen, unabhängigen, kostenlosen und parteilich in ihrem Sinne arbeitenden Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen erhalten. Diese beraten und unterstützen direkt Betroffene ebenso wie Zeug*innen und Angehörige.Derzeit sind 15 unabhängige Beratungsstellen für Betroffene rechts, rassistisch und antisemitisch motivierter Gewalt aus 13 Bundesländern im VBRG e.V. zusammengeschlossen. Gemeinsam machen sie mit verlässlichen, unabhängigen Zahlen und Analysen das Ausmaß rechter Gewalt sichtbar.

 

Die Publikationen vom VBRG und eine Übersicht der Beratungsstellen findest du hier: https://verband-brg.de

Am 31. Oktober 2018 wurde in Berlin der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e.V. gegründet. Er verfolgt das Ziel, mit Hilfe des eines Meldeportals bundesweit eine einheitliche zivilgesellschaftliche Erfassung und Dokumentation antisemitischer Vorfälle zu gewährleisten. Der Bundesverband RIAS e.V. initiiert und unterstützt den Aufbau regionaler Melde- und Unterstützungsnetzwerke und bildet neu sich gründende zivilgesellschaftliche Projekte, deren Hauptzweck die zivilgesellschaftliche Erfassung antisemitischer Vorfälle in Deutschland ist, fort.

 

Die Chronik, die Möglichkeit antisemitische Vorfälle zu melden, Jahresberichte und weitere Ergebnisse des Monitorings finden sich auf der Vereinsseite: https://www.report-antisemitism.de

Vorfälle von Antisemitismus zu dokumentieren, systematisch zu erfassen und einzuordnen – dieser Aufgabe widmet sich in Niedersachsen die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Niedersachsen. Die Stelle hat im Oktober 2020 ihre Arbeit aufgenommen. Ihre Trägerschaft liegt bei der Amadeu Antonio Stiftung. Als niedersächsische Stelle in der Bundesarbeitsgemeinschaft RIAS trägt sie dazu bei, einen bundesweiten Überblick über antisemitische Angriffe zu schaffen und über aktuelle Entwicklungen zu informieren. RIAS Niedersachsen versteht sich als Anlaufstelle und zivilgesellschaftliches Sprachrohr für Betroffene und Zeug*innen von antisemitischen Vorfällen und steht parteiisch an ihrer Seite.

 

Weitere Informationen und Kontaktinfos unter: https://amadeu-antonio-stiftung.de/projekte/rias-niedersachsen/

Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Thüringen (RIAS Thüringen) dokumentiert antisemitische Vorfälle in Thüringen und unterstützt von Antisemitismus Betroffene. Ziel ist es, Antisemitismus in Thüringen wissenschaftlich zu erfassen, darüber zu informieren und die Perspektiven der Betroffenen zu stärken. RIAS Thüringen hat im September 2020 die Arbeit aufgenommen und ist am Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) in Jena angesiedelt. Der Träger ist die Amadeu Antonio Stiftung (AAS).

 

Weitere Informationen sowie Kontaktinfos: https://report-antisemitism.de/rias-thueringen/

Weitere Projekte gegen Judenhass

Das Festival of Resilience wurde von jüdischen Überlebenden des gewalttätigen Angriffs in Halle im Jahr 2019 konzipiert und lädt dazu ein, über die Zukunft nachzudenken – genauer gesagt, wie wir gemeinsam eine starke Zukunft aufbauen können.

Es bringt unterschiedliche Communities mit Gewalterfahrung im In- und Ausland zusammen, um gemeinsam einen Weg zu Resilience zu suchen – und diesen Weg voneinander zu lernen.

 

Infos zum Festival wie das aktuelle Programm finden sich hier: https://www.hilleldeutschland.org/festival-of-resilience

Das Modellprojekt Regishut – Sensibilisierung zu Antisemitismus in der Berliner Polizei hat es sich zur Aufgabe gemacht, Angehörige der Landespolizei zu aktuellen Erscheinungsformen von Judenfeindschaft fortzubilden und sie für die Situation von Personen und Einrichtungen, die von antisemitischen Angriffen bedroht und betroffen sind, zu sensibilisieren. Gemeinsames Ziel ist es, die Verfolgung antisemitischer Straftaten zu verbessern und den Schutz für Betroffene zu erhöhen.

 

Was aktuell im Projekt ansteht und Hintergrundinfos findest du hier: https://mbr-berlin.de/ueber-die-mbr/#section-15

Die Artists against Antisemitism, ein Zusammenschluss von Künstler*innen, wollen nicht untätig dabei zusehen, wie der Antisemitismus und sein nicht minder gefährlicher Zwilling, der Antizionismus, immer präsenter werden und mutiger auftreten. Egal, aus welcher Ecke er kommen mag, egal, mit welchem Hintergrund und egal, in welcher Erscheinung er auftritt, es ist ihnen absolut zuwider, dass dem Hass gegen jüdische Menschen so viel Verständnis und Toleranz entgegengebracht wird. Mehr als 1.000 Personen unterstützen bisher den Aufruf unterschrieben!

 

Informationen zu dem Zusammenschluss und Hintergrundinfos findest du auf der Website: https://artistsagainstantisemitism.org/

Chasak! Gegen Antisemitismus im ländlichen Raum arbeitet mit Mitteln kultureller und politischer Bildung gegen Antisemitismus. Jugendliche und junge Menschen recherchieren und schreiben zum Thema, gärtnern zusammen, fotografieren, malen oder erzählen. Als Modellprojekt entwickelt Chasak! Qualitätsstandards in diesem Feld. Ausgangspunkt der lokalräumlichen Arbeit sind die Hachschara-Bewegung (ca. 1917 bis 1948/49) sowie die jüdische Einwanderungsgeschichte seit 1990. Es entsteht eine partizipativ und generationenübergreifend erarbeitete Ausstellung zu jüdischem Leben und Widerstand gegen Antisemitismus in Brandenburg.

 

Hier gibts weitere Infos: https://www.neue-soziale-plastik.org/chasak

Das NDC Sachsen-Anhalt e.V. ist seit 2001 Teil des bundesweiten NDC-Netzwerks. Neben den Projekttagen „Für Demokratie Courage zeigen“ ist der thematische Schwerpunkt in Sachsen-Anhalt Antisemitismus. Mit dem seit 2009 kontinuierlich weiterentwickelten Projekttag D - „Vor Antisemitismus ist man nur auf dem Monde sicher.“? greifen sie auf langjährige Expertise in der politischen Jugendbildungsarbeit zum Thema zurück.

 

Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme und Hintergrundinfos sind hier zu finden: https://www.netzwerk-courage.de/web/154.html

STOP THE BOMB (gegründet 2007 in Österreich) ist eine europäische überparteiliche Koalition, die auf Sanktionen gegen das iranische Regime drängt und sich der Unterstützung der säkularen und demokratischen Opposition im Iran verschrieben hat. In einer breit angelegten Kampagne informiert die Koalition über die Gefahren, die das Ayatollah-Regime und sein Atomwaffenprogramm für Israel, den Westen und das iranische Volk mit sich bringen.

 

Aktuelle Infos und Einschätzungen gibt es hier: https://de-de.facebook.com/stopthebomb/

Seyran Ateş' Moschee ist eine deutsche Rechtsanwältin, Autorin und Frauenrechtlerin, die die Ibn Rushd – Goethe Moschee gegründet hat. Diese vertritt einen progressiven, zeitgemäßen Islam, welcher mit Demokratie und Menschenrechten vereinbar ist. Sowohl Männer als auch Frauen dürfen dort Predigten halten, das Gebet leiten oder als Imam/in tätig sein. Bei ihnen sind LGBTIQ-Personen und alle Glaubensrichtungen des Islam herzlich willkommen, Sunniten, Schiiten, Sufis und Aleviten fühlen sich zur Gemeinde zugehörig.

 

Hintergrundinfos und Infos zur Kontaktaufnahme findest du auf dieser Website: https://seyranates.de/moschee/

Nachdem der rechtsterroristische Attentäter in Halle am 09. Oktober 2019 gescheitert ist, in die Synagoge der Jüdischen Gemeinde einzudringen, fuhr er weiter zum Imbiss Kiez-Döner, wo er Kevin S. ermordete, der dort seine Mittagspause verbrachte. Dort arbeiteten an dem Tag die Brüder Rifat und Ismet Tekin. Sie überlebten den Anschlag schwer traumatisiert. Seit dem Anschlag wird der Ort unter dem Namen “tekiez” von Überlebenden und Unterstützer*innen als Ort der Begegnung und des Gedenkens genutzt.

 

Falls es neue Infos gibt, findet ihr die hier: https://www.instagram.com/tekiez_cafe/

Unterstütze Projekte im Kampf gegen Antisemitismus!

Die Amadeu Antonio Stiftung setzt sich für eine demokratische  Zivilgesellschaft ein, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und andere Formen der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit wendet. Hierfür fördert sie Initiativen überall in Deutschland, die sich in Jugendarbeit und Schule, Kunst und Kultur, im Opferschutz und Empowerment, in kommunalen Netzwerken und anderen Bereichen engagieren.

 

 

 

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